intro Sulzberg 2017Österr. SKIO Staatsmeisterschaft Lang

3. und 4. Austriacup

14./15. Jänner 2017

Sulzberg, Vorarlberg

Hochkarätige Bewerbe unter extremsten Bedingungen erlebten ein vierköpfiges LKII Organisationsteam (HG, Adrian, Sophia und David), ein fünfköpfiges Eltern-, Helfer- und Betreuerteam (Horst, Dilek, Gottfried, Edith und Barbara) und ein 14 köpfiges Rennteam aus Imst und Umgebung.

Erinnerungen an die Europameisterschaft in Obertilliach im vergangen Winter wurden wach. Zuerst hadert man wochenlang mit dem Schnee, liegt mit allen Vorbereitungen in den Startlöchern, und im wirklich letzten Moment erst ergießt sich eine gewaltige Schneemenge über die Landschaft. Einerseits traumhaft schön, aber für das OK Team nur mit übermenschlichen Anstrengungen handelbar. Doch Ende gut, alles gut!

Mit im OK Team waren auch Hans Ruedi Häny (berühmter techn. SKIO Chef der Schweiz), Diethard Kundisch ( der Touchfree Experte schlechthin), Andree Schnyder am Zeitnehmungspult (der Vater des derzeit besten Schweizer SKIO Cracks Gion Schnyder) und Richard Werner aus dem Ländle. Sie organisierten nicht nur die beiden österreichischen Bewerbe am Samstag und Sonntag, an denen zahlreiche Athleten aus der Schweiz und aus Deutschland teilnahmen, sondern auch zwei Etappen der SKIO Tour 2017, an der die gesamte Weltspitze an den Start ging. Dass man hierfür erstklassige Bahnen setzen musste, das versteht sich. So kamen auch alle österr. Teilnehmer in den Genuss von SKIO, wie er international auf hohem Niveau stattfindet. Und das bedeutet , viel Fahren auf schmalen Spuren: abwärts ein Balanceakt, aufwärts ein Kraftakt, eben fort ein Geduldsakt. Dafür mit berührungslosen Posten! Zahlreiche, kniffelige Routenwahlen erforderten höchste Konzentration. Um die Sache um etliches zu erschweren, wurden auf der Wettkampfbühne dichter Schneefall, Windböen, Graupel, diffuses Licht, Nebel und Kälte hinzugeschalten. BRAVO! Wie ein sibirischer Goliath kämpfte man sich teilweise durch Wiesen, Sümpfe und Wälder. Wenn man stürzte, dann wenigstens weich und sanft. Doch lieber nicht, denn das Herausbutteln aus tiefem Schnee und Aufstehen war mega anstrengend und kostete viel Zeit.

Doch nun zu unserer Läufertruppe. Alle verdienen höchstes Lob, so tapfer sich solchen Bedingungen auszusetzen und wirklich jeden Lauf ohne Misspunch durchzuziehen und erfolgreich zu beenden. Einzig allein Fabian gab am Sonntag bei der Langdistanz auf. Er hatte auf diesen vielen schmalen Spuren nicht genug Kraft und nicht die richtige Technik um Kraft zu sparen. Elisa Posch gewann an beiden Tagen die österreichische Wertung in der D14 Kategorie und ist somit österreichische Meisterin über die Langdistanz. Die noch sehr junge Anika Florian fuhr zweimal in der Kategorie D14 auf den dritten Platz. Bruder Sebastian Florian gewann den 3. AC am Samstag. Am Sonntag musste er sich mit nur einer Sekunde Felix Moosmann ( 1. Platz, und somit österreichischer Meister über die Langdistanz!, am Samstag 2. Platz) geschlagen geben. Lena Ennemoser wurde zweite beim 4. AC (Langdistanz) in der Kategorie D17 und vierte am Tag zuvor. Lisa Moosmann belegte Platz drei am Samstag und Platz vier am Sonntag (D17). Sie war super unterwegs, aber ein blöder Unsicherheitsfehler kostete extrem viel Zeit. Benedikt Perktold wurde zweimal Dritter (H14). Für Lisa Ennemoser, Katharina Huter und Tanja Mark ging sich kein Podestplatz aus, aber auch sie kämpften mit großem Einsatz für viele Austriacup Ranglistenpunkte und für den Sieg in der Vereinswertung, die wir ja verteidigen möchten.

Der 9jährige David Perktold absolvierte seine ersten beiden SKIOs ganz souverän! Er startete in der Kategorie Neulinge und kam alleine, ohne Hilfe und ohne Fehler super über beide Runden. Seine Schwester Sabrina, am Vortag erst 7 geworden, machte auch Furore! Zwar flogen ab und zu Stöcke, Skater, Brille, Handschuhe, etc. zornig durch die Luft, aber aufgeben, das kam nicht in Frage.

Richtig reuen würde es uns, wenn wir, wie wir kurz überlegten, doch nicht in den Bregenzer Wald gefahren wären. Die Verkehrsbedingungen waren am Samstagfrüh nämlich katastrophal.

Erlöst von der anstrengenden Autofahrt bereiteten wir uns in der Langlaufarena in aller Ruhe auf unseren Wettkampf vor. Doch via Lautsprecher wurde der Start dauernd verschoben. Auf Grund der üblen Wetterbedingungen sahen sich die Verantwortlichen gezwungen, die Bahnen zu kürzen. Das bedeutete neues Zeichnen am Computer, neues Ausdrucken der Karten und Massenstarts in den jeweiligen Kategorien. So rasch wie möglich, aber für uns Läufer doch gedulds- und nervenraubend, wurde eine Mischung aus Sprint und Mitteldistanz kreiert, die allen viel Spaß machte.

So, und jetzt hinein in die warme Stube, eine heiße Dusche genießen und was Gutes essen. Denkste! Verhängerlix spielen, Auto schieben, Bus stehen lassen, zu Fuß mit sämtlichem Gepäck zur Unterkunft marschieren, bei noch dichterem Schneetreiben (Graupel!) und einbrechender Dunkelheit. Unsere Unterkünfte (wir waren auf drei Häuser aufgeteilt) erst mal suchen. BINGO! Endlich gefunden. Doch bittere Auskunft beim dritten Haus! Sorry, bei uns wurde für euch nicht gebucht! Für Tanja, Katha, Eli, Lisa und Lena schien es für diese Nacht kein warmes Zimmer mehr zu geben. Die liebe Frau dort spürte die Verzweiflung und Enttäuschung. Drei Notbetten konnte sie einrichten und ein gutes Frühstück. Eli und Katha zogen mit mir weiter. Zum Glück fanden wir auch für sie zwei beim dritten Betrieb ein Notzimmer mit super feinem Frühstück. Froh und überglücklich darüber, alle ein Lager in warmer Stube zu haben, trafen wir uns dann zum gemeinsamen Abendessen beim Ochsenwirt, wo wir es richtig gemütlich und nett hatten.

Für den nächsten Tag war eine Wetterbesserung angesagt, aber das Rattern der Schneepflüge früh am Morgen verhieß nichts Gutes. Ein vorsichtiger Blick aus dem Fenster: WOW! Es hat ja noch mal 30 cm hinzugelegt. Als wir um 9 Uhr in der Arena ankommen, fällt erneut Schnee und dichter Nebel breitet sich aus. Die unermüdlichen Skidoo Fahrer HG, Adrian, David und Sophia ( sie machte das richtig spitze!!!) waren schon wieder seit etlichen Stunden unterwegs um optimale Bedingungen zu schaffen für die Langdistanz, die dann tatsächlich durchgeführt werden konnte. Juhuuu!

Einzelne Athleten entschieden sich für normale Klassiker, um sich in den schmalen Spuren nicht gar so quälen zu müssen. Das entpuppte sich als weise Entscheidung!

Erlebnisse bei extremen Bedingungen sind tiefgreifender. Unser OK Team und unsere Mädels und Burschen schreiten mit verstärktem Selbstbewusstsein weiter, mächtig stolz auf solch vollbrachte Leistungen. Nochmals Gratulation an alle!

Die Weltspitze ist sich einig: die Bewerbe in Sulzberg waren top! Ein ideales SKIO Gelände, herrlicher Schnee, ein erfahrenes, kompetentes OK Team, das sich nicht unterkriegen ließ. Wohl nur wenige andere in Österreich hätten es geschafft, bei solch widrigen Bedingungen solch faire, tolle Wettkämpfe abzuwickeln. Dem können wir nur zustimmen und uns herzlich dafür bedanken.

Ein großer Dank gebührt auch den Eltern. Horst, Dilek, Gottfried, Edith und Barbara hatten ihre Augen und Hände überall. Ich fühlte mich sehr entlastet. Ihre Hilfe wurde auch dringend am Start und im Ziel gebraucht. Hoffentlich habt ihr Finger und Zehen schadlos wieder aufgetaut!

Bericht: Karin Lugsteiner

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