intro kitz mtbo 20174.TC + TM MBO

Oberndorf, 28.05. 2017

Auf der BICHLACH MBO Karte von Oberndorf wurde von den Naturfreunden Kitzbühel die zum Tirolcup zählende Tiroler Meisterschaft im Mountainbikeorienteering ausgetragen. Erstmals legte Bernhard Prokopetz die Bahnen und Martin Raffler managte gekonnt wie immer die Zeitnehmung. Durchwegs lange Bahnen in allen Kategorien, mit ständig fordernden Routenwahldilemmas, körperlich anstrengendem Auf und Ab und ein rhythmischer Wechsel zwischen asphaltierten Wegen , Schotterwegen und schmalen holprigen Pfaden waren für die rund 60 Teilnehmer bei sommerlicher Hitze zu meistern. Es gab auch die eine oder andere Sonderprüfung!

 

Die erste Prüfung erwartete uns bereits am Start. Riesige, ziemlich widerspenstige Karten mussten erst mal geschickt gefaltet und in das Kartengestell gepampft werden. Schafft man das in einer Minute? Wer ein kleines Kartengestell hatte, konnte die Druckknöpfe der Folie kaum fixieren. Da die Abstände zwischen den Posten mitunter groß waren, bekam man nur mit Glück drei Posten zur Ansicht. Das hieß, immer wieder stehen bleiben, Karte neu falten, mit Mühe fixieren und nie einen Überblick über die gesamte Bahn haben, außer man ruhte sich mal auf einer Bank aus, breitete die Karte am Boden auf, oder nahm sie in die Hand wie die Tiroler Tageszeitung.

Die nächste Sonderprüfung wartete bereits beim großen Steinbruch. Ungewohnt, kompliziert, richtig mulmig! Vor allem Lisa Ennemoser und ich suchten verzweifelt nach einer Einfahrt ohne Verbotstafel, die natürlich an keinem Ende zu finden war. Da in der Läuferinfo nicht erwähnt wurde, dass man den gesamten Steinbruch nach Belieben kreuz und quer befahren, also sämtliche Verbotstafeln ignorieren durfte, standen wir vor einem Problem. Uns fehlte der sogenannte „Sch…drauf!“ Instinkt und wahrscheinlich auch der gesunde Hausverstand.

So, Geisterstadt verlassen, nun geht’s endlich rasant durch Wiesen und Wald! Oje, du Schreck, zwischendurch erheben sich ziemliche Anstiege vor den Augen! So ein neues 4.000 Euro Rad, das wär‘ nun was! Karte und Landschaft sind jetzt sehr lustig! Erinnerungen an Sandkastenspiele werden wach. Mugel, um Mugel mit einer Blume mittig oben. Auf der Karte gelb mit olivgrünem Tupfer und ein bis zwei schwarzen Streusel. Auf jedem wiesengrünen Hügel ein bäuerliches Anwesen. Wege führen hinauf, aber führen nicht unbedingt weiter. Verflixt, da muss man die Route von Anfang bis Ende scharf durchdenken, denn nicht alle Hügel sind miteinander verbunden. Eine Sonderprüfung, die man in dieser Art und Weise nur selten zu bestehen hat!

Die Kulisse oben auf diesen Gugelhupfen, mit dem majestätischen Kaisergebirge vor dir, den blühenden Wiesen rings um dich, dem Duft des Heus in der Nase, der erst frisch abgemähten Wiesen und das unendliche Blau am Himmel, waren einzigartig, ganz einfach wunderschön! Wer die Fahrt genießen konnte, wird noch lange davon zehren.

Leider gab es in der D Eliteklasse einen Sturz, der Lena Ennemoser schmerzhafte Schürfwunden an Händen und rechtem Knie zuführte und viel Zeit kostete, da sich die Kette an einem Zaundraht verfing. Tapfer setzte sie ihre Fahrt fort, nachdem ein zufällig vorbeikommender Mechaniker hilfsbereit und geschickt Hand am Rad angelegt hatte und ihr aus dieser misslichen Lage half. Der dritte Platz hinter Andrea Hirschhofer, einer Newcomerin des HSV Absam und Celina Dabernig war die Belohnung. Eine Tapferkeitsmedaille wird noch nachgereicht.

Bernd Kohlschmid gewann die Herren Elite vor Adrian Wickert und Andreas Angerer (HSV Absam).

Der Maßstab (1:15.000) und die schwierige Bahnlegung stellten die Mädchen und Buben der Kategorie H/D 12 leider vor etliche Probleme. Auch ausgesprungene Ketten und defekt werdende Kartengestelle trugen zu Zornesausbrüchen, Tränen und Aufgabe bei. Wem es aber gut lief, das war Felix Moosmann, der seine Runde bedacht und cool bewältigte. Er konnte zwar keine Bestzeiten verbuchen, aber seine innere Besonnenheit verhalf ihm zu einem ständig sicheren Orientieren und Gefühl.

Ein ganz ein super Rennen fuhr auch seine Schwester Lisa in der D15-18 Klasse. Sehr gerne würde sie an mehreren MBO Rennen teilnehmen. Aber neben Fuß- und Schi OL und Schule geht es sich einfach nicht aus!

Unsere Burschen Dorian Dialer (1. H15-18)), Maximilian Egger (3. H15-18)), Leo Schnegg (2. H13/14), Sebastian Florian (3. H13/14) und Benedikt Perktold (4. H13/14) radelten ihre fordernden Bahnen richtig gut ab.

Ein Phänomen ist und bleibt Herbert Mark. Ich kenne niemanden, der das Orientieren so schnell intus hatte, wie er. Bereits in Ungarn maß er sich mit Erfolg mit Sabine!

Unser Servicemann HG kam viel zum Einsatz, rückte sogar mit einer Hilti an um alle Kartengestell- und Fahrradprobleme in Griff zu bekommen. Vielen Dank für diese super Betreuung!

Danke auch an Georg Hechl und seinem Team für diesen interessanten Geisterstadt- und Gugelhupfbewerb und all die originellen Sonderprüfungen.

Ja, und die letzte Prüfung bestand darin: wie schnell kannst du dich deiner verschwitzten Radlkleidung, Helm, Kompass, Handschuhe, SI card und Sonnenbrille „geordnet“ entledigen, um ins kühle Nass zu tauchen. Aaron schaffte es am schnellsten, fand aber danach seine sieben Zwetschken nicht mehr alle. „Geordnet und selbstorganisiert“ - damit haben aber auch manche unserer Größeren noch ziemliche Probleme. Einen leckeren Gugelhupf verdienen sie sich damit keinen!

Bericht: Karin Lugsteiner

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