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Örnsköldsvik, July 2018

 

The world’s biggest orienteering adventure

auf den HÖGA Kusten, der steilen Küste Nordostschwedens, die im Jahre 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, wird 41 kleinen und großen OII Mitgliedern, die sich darauf einließen, für immer in bewegender Erinnerung bleiben.

Ein beeindruckendes und tiefschneidendes Erlebnis war es in vielfacher Hinsicht. Die gut organisierte Reise mit Busfahrt, Flug und Mietbussen/ Mietautos, die einfache, aber mit allem, was Orienteers brauchen, ausgestattete Unterkunft in der EFS Kirche, Yvonnes Haus und Appartment, der urige Garten mit den Zelten, die einzigartige Landschaft mit Schären, Fjällen, Seen, heimeligen kleinen roten Häuschen, die typische, so beruhigend wirkende Birken-, Moosbeer- und Flechtenflora, die für uns völlig ungewohnten, steinigen OL Gelände, die netten Ausflüge, die interessanten Trainings, die atemberaubende Stimmung bei den Wettkämpfen, das arbeitsintensive, aber auch gesellige Miteinander, die köstlichen Essen, das heiße Wetter, und die hellen Nächte (es wurde praktisch nie dunkel!), Surströmming Stinkefisch und Knäckebrot… alles miteinander verlieh diesen 14 Tagen ein ganz besonderes Flair.

Dass wir sportlich gesehen noch nie so gut abschnitten, freut uns natürlich auch sehr, obwohl das Gelände bei allen fünf Etappen total ungewohnt und schwierig war. Seit 10.000 Jahren erhebt sich hier die, von Gletschern niedergedrückte Landmasse, langsam aus dem Meer. Untiefen wurden zu Schären, welche zu kleinen Inseln, zu Hügeln und zu hohen Bergen wuchsen. Meist kam ich mir vor wie eine Gämse, die in schroffen Tiroler Felsen wohnt und sich mal Urlaub in lieblicheren Felsgebieten gönnt. Nur macht sie im reinen Tiroler Felsgebiet üblicherweise keinen OL. Hier aber schon. HILFE! Was ist in diesem steinernen Meer eine Kuppe, was ein Felsen, was ein Hügel, was eine Nase, was eine Mulde und wo sind die Sümpfe, die stets gute Dienste beim Orientieren leisten?!? Diese waren zwar kartiert, aber durch die extreme, bereits langanhaltende Dürreperiode, ganz einfach verschwunden. Sah man genau hin, entdeckte man eine etwas andere Vegetation, die Sümpfe erahnen ließen.

Betrachtet man die Karten unserer Jungmänner, die in der Kategorie 17 – 20 starteten und mit dem Maßstab 1:15.000 zu kämpfen hatten, dann fragt man sich, “Wie in aller Welt kann man sich da zurechtfinden?“ Doch sie überraschten uns mit ihren Leistungen. Martin Kofler, Martin Ewerz, Fabian Schirmer, Maximilian Egger, Lorenz Schnegg und Dorian Dialer toppten mit ihren Platzierungen zw. 12 ( 1 mal Lorenz), 15 ( 1 mal Maxi) und 20 unsere Erwartungen. Sie bewegen sich nun auf einem OL technischen Niveau, das ihnen weltweit auf verschiedensten Terrains keine allzu großen Probleme mehr bereiten wird. Sie werden es überall gut schaffen, auch mit Maßstab 1:15.000.

In der Kategorie D 16 Kort fühlten sich Lena und Lisa Ennemoser und Lisa Moosmann sehr wohl. Sie vollbrachten dort super tolle Leistungen. Bei jeder Etappe schienen sie ganz vorne auf. Lena sogar dreimal Erste. Beinahe wäre ein megacooler Hattrick gelungen mit allen dreien in der Gesamtwertung am 1., 2. und 3. Platz. Doch während Lena, bis dahin Gesamtführende und als Erste in den finalen Jagdstart Gehende, die Nerven bis zum Schluss behalten konnte, ließ sich Schwester Lisa bereits vor dem brenzligen Start von der körperlichen Größe der nach ihr Startenden einschüchtern, aber landete nach Fehlern trotzdem noch auf dem hervorragenden 5. Platz. Auf den ausgezeichneten 4. Gesamtrang schaffte es Lisa Moosmann mit soliden Läufen und täglichen Platzierungen zw. 3-9.

Zweimal verzeichnete der OII einen überaus coolen 4. Platz, der alle überraschte. Leo Schnegg (H 16 Kort), geplagt von einer allergischen Reaktion auf die überall wuchernde Ragwurzpflanze, und Anika Florian (D 14 Kort) ging jeweils bei einer Etappe der Lauf richtig gut auf.

Felix Moosmann ( H 14 Kort) zeigte bei allen fünf Läufen konstant gute Leistungen, teilweise unter den ersten zehn. Mit dem 11. Platz in der Gesamtwertung war er sehr happy.

Sage und schreibe 217 Mädchen starteten in der D10 Klasse!!! Und noch mehr Burschen in der H10 Kategorie. Darunter Lilli Egger, Sabrina Perktold, Romy und Emil Anker. Große Aufregung, große Nervosität, Lampenfieber vor dem Start, aber unbändige Glücksgefühle im Ziel! Alles geschafft, alles angelaufen, flott gelaufen, es gibt viel zu erzählen. Bei der dritten Etappe spurtete Lilli auf den 16. Platz!!! Bei der letzten Etappe auf Platz 18! Gewaltig! Die kleinen Schweden- und Finnenkinder flitzen dahin, sowas hat die Welt noch nicht gesehen. Die Karte wird im Eiltempo gelesen, ja sogar vorausgelesen. Sie bleiben keine Sekunde lang stehen. Unsere Kleinen haben sich viel abgeschaut und sehr viel dazugelernt!!!

Berichten möchte ich auch von David Perktold, der ebenfalls in einer sehr stark besetzten Kategorie startete, nämlich in H11. Ich glaube, nicht mal unsere großen Burschen könnten mit diesen kleinen OL Cracks mithalten! Echt bewundernswert diese Flinkheit, diese Gewandtheit, dieses bereits gute technische Können, dieser Einsatz. Und stets im vorderen Drittel dabei unser David! Wir freuen uns!

Alle Etappen fehlerfrei absolvierten Vanessa Mark und Aaron Heumader, die beide vorzu an Sicherheit gewinnen. Für Sebi ist Laufschritt zur Zeit verletztungsbedingt ein Fremdwort. Aber wir hoffen sehr, dass er die Laufsprache demnächst wieder und sogar besser wie vor der Verletzung erlernt.

In die Rubrik Kuriositäten fällt Benedikt Perktold. Barfuß wie ein Zulujäger auf Pirsch bewältigte er die meisten Etappen. Unvorstellbar, wenn man das Laufgebiet selbst erlebt hat. Benni ist des öfteren etwas unorganisiert. Um noch rechtzeitig zum ersten Start zu kommen schlüpfte er nach langer Sockensuchaktion barfuß in nagelneue OL Schuhe. Auuuu!!! Blasen und wunde Füße waren natürlich vorprogrammiert. Anstatt aufzugeben zog Benni die Schuhe aus und lief barfuß weiter. Die nächsten Etappen lief er mit Socken, aber ohne Schuhe. Das würde ich nie und nimmer schaffen. Nicht mal im Schneckentempo!

HG, Sabine Scholl, Sissi Prettner, Maria Luise Schnegg, Anna Schnegg, Andrea Mark, Barbara Perktold, Johanna Heumader ( wurde erfolgreich eingeschult und mit dem OL Virus infiziert!)und ich krebsten auch sehr motiviert herum, waren aber bei weitem nicht so erfolgreich wie unsere Youngsters. Trotz zahlreicher guter Trainings in der ersten Woche, konnten wir uns bei weitem nicht so gut auf die Wettkampfterrains und Bedingungen einstellen. Doch eines ist sicher, wir genossen die Herausforderung und nahmen sie sehr ernst.

Unser Freizeitprogramm war bunt. Einkaufen, Kochen, Aufräumen, Spielen, Tischtennismatches, Wandern, Klettern, Bootsfahrt, Besuch der malerischen Inseln Trysunda und Ulvön, Shoppen und Bummeln in O-Ringen Town, Kränze für die Siegerehrungen basteln, Siegerehrungen mitmachen, Feiern, Kartenspielen, Läufe studieren und vergleichen, Schnitzen, Wäscheaufhänge basteln, Schwimmen am Meer, Sandbuddeln, Wasserspringen, Schwimmen in herrlichen Seen, Kanufahren, Motorbootfahren, Rudern, Astrid Lindgren Museum, Vikingermuseum und Nobel Prize Museum besuchen, Stockholm besichtigen, Moosbeeren pflücken, Bummeln in Örnsköldsvik, Surströmming Stinkefischdose erfolgreich öffnen und kosten, das geniale Duschpatent im Garten genießen… Grillen und Lagerfeuer waren leider verboten.

Ein großer Dank gebührt dem Küchenteam Maria Luise, Manuela, Dilek, Helga, Evelyne, Kathrin, Johanna, Andrea, Barbara und Reinhard. Stets wirtschaftlich streng kalkulierend, und gerade deswegen gesund und lecker arbeitende Maria Luise wär‘ fast ins Schwitzen gekommen mit so viel Eigeninitiative, Ideen und verschiedenen Kochkünsten von ihren Hilfsköchinnen und Köchen. Ruhig bleiben, alle werkeln lassen und sich darüber freuen! Einer muss selbstverständlich trotzdem das Regiment übernehmen. Maria Luise schaffte das! Musste aber leider unnötige, verletzende Kommentare entgegennehmen.

Johanna managte heikle Situationen und Gespräche in der Reperaturwerkstatt zu unseren Gunsten. (Zwei der gemieteten Busse wiesen einen techn. Mangel auf, der unbedingt behoben werden musste.) Johanna kann das erstaunlich gut. DANKE!!!

Trotz ständiger Hitze schleppte Thomas stets seine schwere Kamera mit, um für uns alles festzuhalten. Aufrichtigen Dank dafür! Wir freuen uns riesig über die tollen Bilder!

Diese genießt nun auf Flickralben von Thomas und verliebt euch, so wie wir, in Schweden.

Bericht: Karin Lugsteiner

 

 

 

>>Fotos Thomas Egger<<

                                                           

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