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TM Ultra Long /8. TC


Maria Waldrast


27.Juli 2013


Mitten im Sommer, an den heißesten Tagen, fand im Rahmen des Wipptaler OL Festivals 2013 die Tiroler Meisterschaft Ultra Long statt. Afrikanische Hitze traf dabei auf prickelnde österreichische Bergwelt, europäische OL Kunst und Tiroler „Zachheit“! Herausforderung hoch vier: steiles Gelände, lange Bahnen, schwieriges Orientieren und hohe Temperaturen! Ein Fall für Leute, die das Extreme lieben.


Würde man fluchen so laut wie jodeln, hätte man verzweifelte Stöhnechos von den schroffen Felsen der majestätischen Serles hören können. So verhallten  zum Glück alle qualvoll klingenden Laute in den weichen Almböden und Moosbeerstauden.


Nach einem 40 minütigen Anmarsch begann man den Kurs an einer offenen Forststraße, auf die die Sonne gnadenlos ihre Strahlen schickte. Wenigstens nicht lange, gerade mal bis zur nächsten scharfen Kurve hinauf!


So, und nun ab in den schützenden Wald, die Höhe halten quer durch zum Zaun. Oje, die Karte verkündet hinter dem Zaun nichts Gutes. Wäre es besser hinab zu laufen, einen Weg entlang und dann die Höhe wieder „hinauf zu rackern?“ Gleich zum ersten Posten solch einen Umweg machen?!? Hm, guter Rat teuer! Heute echt eine schwierige Entscheidung! Nein, Augen zu und durch! Anscheinend so die ganze Kompanie!!! Im Nachhinein würde ich anders entscheiden. Und ich glaube, alle anderen auch. Denn, dieser Abschnitt, durch den wir uns balancierten, der erinnerte an Weltuntergangsstimmung. Ein wüstes Chaos von dürren, toten Bäumen und Ästen säumte den Boden, den man nur bei einem Fehltritt weiter unterhalb spüren oder erahnen konnte. Völlig jeder Schritt verlangte nach einer Entscheidung. Auf welchen Ast kann ich steigen? Auf welchen Stamm? Wer oder was trägt mich? Wo breche ich nicht ein? Wo bekomme ich am wenigsten Kratzer und Schrammen ab?


In einer gespenstisch scheußlichen Welt kletterten wir herum, die laufende Zeit im Nacken und den Wunsch, nicht so draufgängerisch nur diese eine Linie verfolgt zu haben. Doch irgendwann  wurde es wieder saftig grün, wiesen- und erdduftend. Man konnte diese krachende Wüste mehr oder weniger heil verlassen und es begann feines, nicht einfaches Orientieren zwischen zahlreichen offenen Gebieten, gespickt mit einzelnen Baumgruppen, Waldabschnitten und Sümpfen. Die Welt war doch noch am Leben! Wie herrlich, das wurde einem durch die Begegnung mit der Wüste erst so richtig bewusst und Unmut und Angst wichen altbekannter, vertrauter OLfreude.


So mancher war bis zu und über drei Stunden am Weg und kam von Strapazen gezeichnet im Ziel an. Der eine oder andere schimpfte dort wie ein Rohrspatz, aber die meisten strahlten zufrieden, ob solcher Leistung, erfrischten sich im eiskalten Quellwasser und gönnten sich genüsslich ein knusprig gebackenes Schnitzel.


Nur wenige unerschrockene und wagemutige Tiroler nahmen diesen Kampf auf. So gab es in vielen Kategorien nicht mal Tiroler Meisterschaften. Stark besetzt war eigentlich nur eine Klasse, nämlich D16-18. Sophia Löschnig (LKI) setzte sich hier durch und freute sich riesig darüber. Bravo! Bravo!


Bei den kleinen Mädels gewann Lena Ennemoser (LKI) vor Anna Hechl (NF Kitzbühel) und Lisa Ennemoser (LKI). Alle drei waren im Ziel ein wenig verzagt, da sie einen Posten 40 Minuten lang am falschen Ort suchten. Ein Weg, der auf der Karte nicht eingezeichnet war, wurde ihnen zum Verhängnis. Doch ein Blick auf die Split Zeiten verrät ein erfreuliches Bild. Diese drei Mädels konnten, abgesehen von diesem einen Missgeschick mit den Mädchen der anderen Nationen bestens mithalten. Sie hatten sogar die Chance, zu gewinnen. Alle Achtung!


Tiroler Meisterin Ultra Long D35 darf sich Martina Kogler (OL Kufstein) küren. Sie behauptete sich vor Petra Mayrhofer (OL Kufstein) und Martina Zweiker (HSV Absam).


Bei den Herren 13/14 ging der Sieg an Andrä Hölzl (NF Kitzbühel) vor Martin Ewerz (LKI) und Fabian Schirmer (LKI). Michael Kuttner (HSV Absam), Herren 35, verwies Wolfgang Madl (LKI) auf Platz zwei und Markus Wohlmuther (HSV Absam) auf Platz drei. In der Kategorie Herren 50 glänzten Georg (NF Kitzbühel) und Anton (OLC Schwaz) Hechl vor Franz Riegler (HSV Absam).


Während alle ihre müden Glieder pflegten und verwöhnten, machten sich HG, Filippa und Joakim auf den Weg, die Posten einzusammeln. Filippa nach einem grandiosen Lauf und HG nach dem frühmorgendlichen Postensetzen, Organisationsarbeiten rund um die Uhr und einigen flüssigen und festen Kalorien zwischendurch. Das sind harte Tage!


Aber die OL Fangemeinde schätzt die Arbeit, die dahintersteckt und vor allem unsere skandinavischen Gäste durften erleben, dass OL andernorts, speziell in Tirol,  auch Blüten treibt, zu Höchstleistungen anspornt und schön ist.


Bericht: Karin Lugsteiner

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