logoHerausforderung auf neuem Osttiroler Terrain


Richtig spannend waren sie, die Tiroler, Kärntner und Salzburger Staffel- und Einzelmeisterschaften in Kals. Wie wird die neue Karte aufgenommen, wie das Laufen empfunden, wie die Bahnen in das recht schwierige Gelände gelegt, wie wird die Stimmung sein, wer werden die Sieger sein und eine ganz wichtige Frage, wie sehr wird es uns gelingen, die Bewohner dieses schmucken Kals mit OL Fieber zu infiszieren?


Eigentlich stand mir das Osttiroler OL Wochenende (26./27.Sept.) mit meinen quietschvergnügten Lausern ein wenig vor. Wie ein Zirkus Samstag/Sonntags durch die Lande ziehen, das geht ganz schön auf die Substanz! Jedoch in dem Moment, als wir von Huben Richtung Kals steuerten, spürte ich prickelnde Freude in mir aufkommen!


Das Wetter war so schön, die Landschaft so einmalig, die Stimmung so erwartungsvoll … es lag ein Zauber in der Luft. Wahrscheinlich passte auch der Mond! Alles schien auf einmal so perfekt! Es war mir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht bewusst, wofür eigentlich!


Nun - zu Hause zur Ruhe gekommen - weiß ich’s! Am Fuße des Großglockner’s wurde an diesem Wochenende ein robustes, junges OL Pflänzchen gesetzt, das bestens gedeihen wird. Warum ich das so sicher weiß? Weil’s uns alle zuflüsterten - begeisterte Osttiroler OL Neulinge, herzliche Gastgeber, Wirtsleute, Bürgermeister …der schöne Campingplatz, der Bach, die Steine, der islandgrüne mächtige Bergrücken und unsere jüngsten OL Kinderlein, die mit Papa und Freund Wolfgang unter dem Campingtisch so glückselig ihre Runden krabbelten.


Mag sein, dass sich der eine oder andere zwischendurch auch ein wenig geärgert hat. Geärgert über einen nicht ganz richtig gesetzten Posten, über die lästigen Wespen, über eine Bahnlegung, die etliche Höhenmeter vorschrieb und absolute Feinkost OLer zu viel auf Wege schickte, die wenig spannendes Routenspiel zuließen.


Vielleicht auch geärgert über ungeduldige und hektische Vereinsmitglieder, die ständig fragen, was eigentlich eh klar sein sollte und laufend Änderungen bekannt geben, die stressig sind. Auch dieses „Lauf dem Willi nach“ beim Staffelbewerb am Samstag hätte nicht sein müssen und sorgte zu Recht für Unmut, wofür ich mich entschuldige.


Doch das junge OL Pflänzchen ließ sich an diesem Wochenende bestimmt nicht niedertreten, zu intensiv waren das Wohlwollen, die Freude, die Begeisterung, die Bemühungen, der Ehrgeiz und Einsatz! Und nicht zuletzt auch die herrlich klare und frische Gebirgsluft!


Apropos Ehrgeiz! Meine Schützlinge scheinen sich eine Portion mehr wie sonst gegönnt zu haben. Hoppala… die beginnen ja durch den Wald zu fliegen! Jetzt mag ich aber schauen, dass auch ich meinen Turbo einschalte! Gar nicht so leicht bei diesem ziemlich schwierigen OL Terrain. Langweilig wird einem da bestimmt nicht. Irrsinnig viel Abwechslung, knifflige Routenrätselaufgaben, Steine in allen Größen und Formen, ziemlich steile Abschnitte, Stellen durchlöchert wie Schweizer Käse, da muss man wirklich wendig sein, geistig wie körperlich! Als ich meine Läufe beendet hatte (Staffel und Einzel) war ich froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben mit einem Gefühl des wohligen Schwebens nach einem anstrengenden Schiffstörn, bei dem das Schiff einige Male zu kentern drohte.


…und nach einer bestimmten Zeit meldet sich der Hunger! Tut mir leid, HG, dass wir nicht die richtige Reihenfolge einhielten …Laufen, Quartier suchen, Futtern… mit einer Schar hungriger Teenager funktioniert das halt nicht so. Da kommt Punkt drei in jedem Falle vor Punkt zwei!!! Und wie’s geschmeckt hat beim Taurer Wirt in angenehmem Ambiente! Aber das Beste war eindeutig der Nachtisch! Er klang sehr verheißungsvoll und wurde mit schelmischem Schmunzeln in Empfang genommen! “Eine Nacht ohne der Frau Lehrerin im Haus!“ Alleine walten! Wow!


Aber das Dessert, getoppt mit viel Sahne, sprich Freiheit, war bald aufgegessen! Der hinterlistige Müdigkeitsteppich rollte früh die Äuglein zu!


Darum auch diese tollen Leistungen am Sonntag! Bravo! Bin stolz auf euch!


Schon wieder kehre ich heim, mit der Gewissheit, mich mit etwas sehr Schönem eingelassen zu haben, mit OL, der nie fehlerfrei und optimal gelingt, weder für Läufer noch für Bahnleger und Postensetzer, aber gerade dieses Holprige uns einander näher bringt! Haben wir uns nach jedem Lauf nicht immer unheimlich viel zu erzählen?!?


Ich freu’ mich darüber, etwas dazu beigetragen zu haben, dass OL nun auch in Kals Boden fassen kann. Es prickelt noch immer! Bestimmt nicht nur bei mir!


Bericht: Karin Lugsteiner

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