intro_tc_03_11Internationale Tiroler Meisterschaft über die Mitteldistanz und 3. TC in Haiming

(04. Juni 2011)

Einen ganzen Tag lang wurde der Haiminger Wald hinter dem großen Umspannwerk zur Spielstätte für 350 OL Besessene erklärt. Dieser hatte sich gut gewappnet mit unendlich vielen Wacholderstupfern und Schlehdornstacheln.

Doch die Unerschrockenen und „Zachen“ ließen sich nicht so leicht vergrämen und stöberten die Postenstationen in noch so schwierig zu findenden und beschützten Schlupfwinkeln und -löchern auf. Da gibt es doch manche, die einen weiten Weg fahren, um sich dieses äußerst knifflige Patchworkterrain zu geben! Pierre Kaltenbacher (HSV OL Wiener Neustadt) zum Beispiel und Thomas Hlosta (Naturfreunde Wien), die beide richtig verliebt sind in diesen Wald. Die meisten aber begegnen diesem Gebiet mit viel Respekt. So manch einer hat nicht gerade die besten Erinnerungen.

 

Bevor ich aber weiter berichte, lasse ich kurz den Wald ein paar Worte sagen, okay?

Bereits am Morgen schleichen Eindringlinge auf leisen Sohlen ganz gezielt durch unser Hoheitsgebiet. Ziemlich kühn, sie bleiben nicht mal auf den Wegen. Sie haben Waffen mit, die sie an ganz bestimmten Stellen in den Boden rammen. Es dauert nicht lange, da tauchen vorzu junge Damen und Männer auf. Sie kommen in Scharen aus einer bestimmten Richtung. Das kann ja heftig werden. Aber was ist los mit ihnen? Sie sind so leise, so achtsam, so konzentriert. Alle 108! Die sind uns ja richtig sympathisch! Scheinen unsere Gesetze zu kennen, wollen wirklich integriert werden! Einer nach dem anderen bewegt sich ruhig und leichtfüßig, nachdem eine sitzende Dame mit Zuzwinkern die Erlaubnis erteilt hat, loszuziehen. Ein paar Schritte weiter nehmen sie eine Karte aus einer Box und laufen los. Aha, sie suchen ihre Waffen. Nett zum Zusehen! Anscheinend machen sie Testläufe für EMs und WMs. Wir verneigen uns!

Nach ca. zwei Stunden kommt erneut ein ganzer Clan. Wir hören sie schon von weitem. Sie machen dasselbe. Aber sie sind weniger leise, lachen und blödeln. Aha, wir verstehen. Das sind die Österreicher. Zuvor, das waren die Schweizer. Jeweils das Juniorenteam. Wieder lauter junge Dirndln und Haberer, die Qualiläufe absolvieren. Die Sprache des Waldes scheinen sie nicht so gut zu können. Was weiters auffällt ist, dass sie sich ein wenig schwerer tun mit Lauftempo und Finden. Uns wundert das nicht!

So um ca. Viertel vor drei kommt dann der nächste Trupp! Hilfe! Wo hat man denn diese 140 jungen und alten Narrischen losgelassen? Sie scheinen sich mit Reden und Gequassel Mut zu machen. Keine Ahnung von Waldsprache! Kaum Konzentration! Viel Fröhlichkeit! Ist ja nett, aber zielführend? Die arme Dame mit der Liste in der Hand, sie wird Sissi genannt, muss mit kräftiger Stimme die einzelnen Namen aufrufen. Viele von ihnen, wenn sie erst mal losgezogen, laufen aufgeregt, schwer schnaufend die verschiedensten Muster, am häufigsten wohl so eine Art Zickzack Muster. Viele ärgern sich über unser engmaschiges Wacholdernetz, unseren ganzen Stolz! Ui, die müssen noch viel lernen. Eigentlich aber nur ein Wort: STILLE - und alles andere ergibt sich von selbst! Das kann doch nicht so schwer sein!

Oje, lieber Wald, wenn du wüsstest, wie schwer das für uns Tiroler OL Möchtegerns ist.

 

Nun aber zurück zum eigentlichen Bericht. Das Arbeitsteam des LKI mit HG als Wettkampfleiter, Adrian am Zeitnehmerpult, Bernt und Sissi am Start und Wolfgang als Heinzelmännchen im Hintergrund hat toll geschuftet. Die Bahnen wurden von Schweizer Trainern gelegt und gesetzt, was die Schwierigkeit in manchen Kategorien zum Quadrat erhob.

Erfreulich war die außertirolerische und internationale Besetzung. Wir freuen uns, wenn LKI Anhänger, wie Thomas Hlosta, Pierre Kaltenbacher, Sascha Dammeier, Vera Innerebner und Viktor aus der Ukraine uns die Ehre geben. Aufgewertet haben diesen Tirolcup auch die Teilnehmer einiger Schweizer Vereine, die momentan in Tirol ein Trainingslager absolvieren.

In nur einer Kategorie gelang es uns Tirolern mit den Schweizern mitzuhalten. Martina Zweiker vom HSV Absam, holte sich den internationalen Sieg in ihrer Klasse D35 mit einer grandiosen Zeit!

Tiroler Meister in der Eliteklasse wurden Vera Innerebner (LKI) und Georg Pawlata vom OLC Schwaz. Wir gratulieren herzlich! Adrian Wickert hat sich inzwischen in dieser Klasse gut etabliert. Nur lächerliche 20 Sekunden fehlten ihm auf die Goldmedaille. Er kann’s echt!

 

Viel Andrang herrschte beim Kinderfähnchenlauf. Auch die älteren Zwerge konnten es sich nicht verkneifen, eine lustige Runde zu drehen und dafür ein kleines Präsent zu ergattern.

 

Mich hat es sehr gefreut, dass viele Eltern der Imster Kinder dabei waren, sie zum Start begleitet, im Ziel angefeuert und bei der Preisverleihung beobachtet haben, wie stolz die Kinder auf ihre Leistungen sind. Wie sehr sie sich darüber freuen, so was „Schwieriges“ gemeistert zu haben. Wenn natürlich Eltern den Mut finden, selbst aktiv mitzumachen, wie dieses Mal Thomas Egger (neues LKI Mitglied!) dann mach’ ich sogar einen Luftsprung! Übrigens, Thomas hat seinen ersten Lauf in der offenen Klasse mit Bravour gemeistert. Da muss ich mich mit meinem abgebrochenen Lauf ja richtig verstecken!

 

Ich glaube, für alle Teilnehmer wird die Tour durch den Haiminger Stupf – und Patchworkwald ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Egal, ob gut oder weniger gut gelungen.

Auf alle Fälle merken wir uns aber:

- beim nächsten Mal leise anklopfen,

- konzentriert eintreten,

- den Wald annehmen, wie er ist,

- sich wie ein Tier einfügen,

- bedacht und besonnen die Schritte setzen.

Dann werden wir geniale Schachzüge machen und der Haiminger Wald wird uns im Nu gerne wieder ausspucken.

 

Bericht: Karin Lugsteiner

 

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